2010
Die Viertklässlerinnen der Grundschule Kreideberg kennen sich aus im Internet, das belegen jetzt auch Urkunden. Wenn ihnen eine Seite komisch vorkommt, ziehen sie ihre Eltern zu Rate, versichern die Mädchen.
Foto: akm

Löwen machen sich für Mädchen stark
Lions Club Lüneburg-Ilmenau unterstützt medienpädagogisches Projekt an der Grundschule Kreideberg
akm Lüneburg. Fünf der elf Mädchen besitzen ein Handy, vier einen eigenen Fernseher im Zimmer und alle haben Zugang zu Computer und Internet. Die Viertklässlerinnen der Grundschule Kreideberg sind zwar gerade erst neun und zehn Jahre alt, doch neue Medien sind für sie ein alter Hut. "Der Bedarf an Sicherheitswissen ist aber riesig", weiß Magdalena Plöger. Die Sozialpädagogin leitet die "Medienkompetenz für Mädchen", ein Projekt der Lüneburger Stiftung Medien- und Onlinesucht. "Ursprünglich war es als Prävention gedacht, doch die Kinder sind alle viel weiter als wir dachten", sagt Plöger. Unterstützung erhält das Projekt vom Lions Club Lüneburg-Ilmenau, der 6250 Euro aus den Einnahmen seiner Adventskalender-Lotterie beisteuert.
Medien und die damit verbundenen Risiken für Kinder und Jugendliche hält Annette Brand für ein allgegenwärtiges Thema. "Dennoch fehlen für derartige Projekte bislang ausreichende öffentliche Mittel", sagt die Präsidentin des Lions Clubs. Als weiteren Förderungsgrund benennt Brand das hohe Engagement, mit dem die Stiftung gegen Medienmissbrauch und Onlinesucht vorgeht. "Das ist ein kleines Pflänzchen, das sicherlich bald einen größen Förderkreis finden wird", ist sich die Lüneburgerin sicher.
Überzeugen von der Effektivität des Projektes kann sich Annette Brand in der Grundschule am Kreideberg. "Beim Chatten darf man seinen echten Namen nicht rausgeben", erklärt die zehnjährige Miriam. "Wenn eine Seite mir komisch vorkommt, zeige ich sie meinen Eltern", nennt Medina (10) eine weitere Regel. Denn während Jungs eher vom Spielfieber gepackt werden, nutzen Mädchen die Medien vor allem zur Kommunikation, sagt Magdalena Plöger, die den Schülerinnen an diesem Tag ihre Abschluss-Urkunden überreicht.
Finanziert unter anderem durch die Spende der Löwen unterrichtet die Sozialpädagogin im kommenden Schulhalbjahr an den Grundschulen Kreideberg, Hasenburger Berg und an der Heiligengeistschule.
Mehr Informationen über "Medienkompetenz für Mädchen" und die Arbeit der Stiftung gibt's im Internet unter der Adresse www.stiftung-medienundonlinesucht.de oder unter Tel.: 8 54 47 83.
© Landeszeitung für die Lüneburger Heide 2010
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2009
AG Medienkompetenz für Mädchen
"1, 2 oder 3", ein Quizspiel aus dem Kindersender KiKa, kennen alle Mädchen - mit Hilfe dieses Spiels fragen die Leiterinnen das vorher vermittelte Wissen über Sicherheit im Internet ab. Foto: t & w
Es geht auch mal ohne Fernseher und Computer
Fachstelle vermittelt Mädchen in Grundschulen Medienkompetenz
pet Lüneburg. "Gebt nie eure persönlichen Daten an andere weiter", weiß Celine über das richtige Verhalten im Internet. "Klicke keine Werbeflächen auf den Internetseiten an", ergänzt Esra. Und Sonja betont: "Wenn dir etwas komisch vorkommt, verlasse die Internetseite, und sprich mit deinen Eltern darüber." Das sind nur drei von vielen Regeln, die neun Dritt- und Viertklässlerinnen der Lüneburger Grundschule Hasenburger Berg im abgelaufenen Schulhalbjahr in der Arbeitsgemeinschaft "Medienkompetenz für Mädchen" gelernt haben.
Ein halbes Jahr lang, jeweils freitags in der sechsten Stunde, haben sich Celine, Esra, Sonja, Cindy, Nele, Drashe, Laura, Dzeneta und Leonie mit Magdalena Plöger-Werner und Katja Schaffer getroffen - die sind Studentinnen der Sozialpädagogik im sechsten Semester und Mitarbeiterinnen der Fachstelle für medienassoziierte Störungen in Lüneburg. Auch in den Grundschulen Kreideberg und Heiligengeistschule gab es Infos über Medienkompetenz für Mädchen.
"Überrascht", aber immer wieder auch "erschrocken" sind Magdalena Plöger-Werner und Katja Schaffer, wenn sie mit den von ihnen betreuten Gruppen über die Bedeutung von Medien und den Umgang damit sprechen. Überrascht davon, "wie viele Kinder ein Handy und einen Fernseher im Zimmer haben", erschrocken, "was Kinder an Beängstigendem im Fernsehen oder Internet" sehen.
Computerkurse seien in Grundschulen schon fast Standard. "Die Kinder wissen alle, wie sie mit Medien umgehen", sagt Plöger-Werner. "Uns kommt es darauf an, ihnen zu zeigen, wie sie sicher damit umgehen." Und dabei verzichten die Leiterinnen auf den Einsatz der elektronischen Medien größtenteils, "da es auch eine Vermittlung der sicheren Nutzung ohne das Medium selbst geben kann".
"Um die Nachhaltigkeit der Arbeit mit den Kindern zu erreichen, ist es unerlässlich, die Eltern der Mädchen zu stärken und Tipps mit auf den Weg zu geben", sagen Plöger-Werner und Schaffer. Etwa den Tipp für kindgerechte Suchmaschinen wie www.blindekuh.de und www.helles-koepfchen.de und auch geeignete Internetseiten wie www.die-maus.de, www.kika.de, www.labbe.de oder www.kidsweb.de.
Dass es auch auch sehr gut ganz ohne Computer, Handy und Fernsehapparat geht - das bewiesen die neun Mädchen von der Grundschule Hasenburger Berg dann, als es um das Programm für die Abschlussveranstaltung ging: Aus einer langen Liste von Vorschlägen wurden gemeinsam Picknicken, Reise nach Jerusalem, Sackhüpfen und Eierlaufen ausgewählt.
Mehr über "Medienkompetenz für Mädchen" und die Fachstelle für medienassoziierte Störungen: Tel.: 8 54 47 83 oder unter www. stiftung-medien undonlinesucht.de im Internet.
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